Seit fast Anfang des Jahres benutze ich auf fast allen meinen Systemen ausschließlich Linux. Ich möchte hier in dem Post gerne mal aufschreiben, was meine Gründe dafür waren, und wie es abgelaufen ist.

Das ganze wird wohl ein etwas längerer Blogeintrag. Deswegen hier mal eine Gliederung:

  • Warum Linux?
  • Für welche Distributionen habe ich mich entschieden und warum?
  • Das gute – was ist besser als bei Windows?
  • Das negative – was ist schlechter als bei Windows?

Zuerst beginne ich natürlich einmal damit, dass ich hier nur meine eigene Meinung wiedergebe und das für jeden auch anders sein kann. Nur, weil ich mit etwas gute oder schlechte Erfahrungen gemacht habe, muss das noch lange nicht jedem so gehen.

Warum Linux?

Der Grund dafür, warum ich Linux benutze, ist, dass ich ein System haben möchte, dass wirklich 100% meins ist. Bei Windows läuft immer irgendwas im Hintergrund, irgendwas überträgt Daten, irgendwas kostet Leistung… unter Linux weiß man (je nach Distribution), welche Dienste laufen, welche Programme ausgeführt werden, und genau was Daten überträgt und was nicht.
Außerdem wollte ich ein System, dass stabil läuft. Wo ich nicht gezwungen werde, Updates durchzuführen die am Ende wieder nicht vernünftig funktionieren.
Dann möchte ich gerne mein System noch verändern können… verschiedene Desktopumgebungen, verschiedene Login-Manager, verschiedene Programme für verschiedene Zwecke, das Aussehen des Systems komplett umkrempeln zu können… das ist Linux.

Für welche Distributionen habe ich mich entschieden und warum?

btw, I use Arch. Ok, Scherz bei seite. Ich habe momentan drei Geräte und zwei Server, die bei mir unter Linux laufen. Die Konstellation ist folgende:

Mein Rechner – Arch Linux
Mein Laptop – ändert sich noch
Laptop (Firma) – Fedora Workstation 29
Server (Firma) – Ubuntu Server 18.04.2 LTS

Wieso habe ich mich für diese Distributionen entschieden? Ganz einfach. Ich bin der Ansicht, dass man immer den Anwendungszweck eines Rechners sehen sollte, die Aufgaben die er erfüllen muss, und dann entscheiden kann, welche Distribution am sinnvollsten diese Eigenschaften erfüllt.

Mein Rechner – mein Hauptrechner muss im Prinzip nur zwei Dinge können: Aktuelle Software und speed. Der muss schnell sein und ich muss alles installieren können, was ich will. Bei Arch habe ich immer die neuste Software, mein System so wie ich es wollte schlank gebaut, und über das AUR ist es eine wahre Freude, alles mit einem einfachen Terminalbefehl zu installieren. Zugegeben, man kann prinzipiell jedes Linux-Programm auch auf jeder Linux-Distribution installieren (sofern die Abhängigkeiten aufgelöst werden), allerdings habe ich die Erfahrung gemacht dass es mit nichts so einfach geht wie mit dem AUR. Der Rechner läuft stabil, Kernel 5.0.x zur Zeit des Artikels, und meine KVM rennt wie bescheuert. Genau das war auch das Ziel. Und wenn dank des rolling release doch mal irgendwo ein Fehler passiert oder ein Update das System zerhaut, dann kann ich hier zumindest das ganze in Ruhe reparieren – bei meinen anderen Geräten sieht das eher nicht so aus.

Mein Laptop – da bin ich immer noch unschlüssig, welche Distribution ihm am besten hilft. Er hat einen Intel Celeron N4000 und 4 GB RAM, und hier wäre eigentlich Arch auch eine sehr gute Wahl gerade wegen den begrenzten Ressourcen. Allerdings ist mir der Konfigurationsaufwand – gerade mit einem Laptop – hier zu hoch. Bei meinem Rechner stelle ich alles einmal ein und gut ist, beim Laptop ändern sich ja ständig Dinge. Deswegen werde ich demnächst mal Ubuntu antesten.

Laptop (Firma) – ja, beim Firmengerät waren mir vor allem Stabilität, Datensicherheit und eine gute Netzwerkunterstützung und Geschwindigkeit wichtig. Da es die eierlegende Wollmilchsau nicht gibt, habe ich mich hier für Fedora Workstation entschieden. Das ist für mich das erste mal auf einer RPM-basierten Linux-Distribution, und ich muss gestehen dass das ganze doch sehr gut funktioniert, obwohl das Paketmanagement für meinen Geschmack viel zu langsam ist. Jedenfalls läuft das System stabil und ich muss nicht ständig in der Konfiguration rumfingern und kann einfach meine Arbeit machen. Genau so soll das sein.

Server (Firma) – die Server haben relativ einfache Jobs – Samba shares und Druckerfreigaben bereitstellen und selbstständig ein Backup vom NAS ziehen. Da ist eigentlich fast alles egal, außer dass ich ein bombenstabiles System haben wollte, um zu verhindern, dass ich ständig irgendwie selbst eingreifen muss. Ubuntu Server lief mir einfach als erstes über den Weg, also hab ich es installiert. Und das ist auch ok.

Das gute – was besser als bei Windows ist

Oha, wo fange ich hier an. Also, man kann das eigentlich recht kurz halten. Das Updatemanagement und die nicht vorhandenen Zwangsupdates, die mich immer gestört haben wenn ich Windows benutzt habe, sind schon mal meilenweit besser. Du kannst Linux updaten wann du willst und wie du willst – und niemand zwingt dich dazu, jetzt unbedingt ein Update installieren zu müssen. Und wenn du es doch tust – oh Schreck, die Updates sind stabil.
Womit wir beim nächsten Punkt wären – Stabilität… ich mache allerlei Sachen mit meinem Computer, und bisher ist er noch kein einziges mal abgestürzt, hat sich nie aufgehangen, und es ist auch noch kein Programm unter Linux abgestürzt. Die ganze Software läuft absolut stabil.
Geschwindigkeit ist der nächste Punkt. openSUSE wird schneller sein als Windows. Linux Mint ist nochmal schneller. Ubuntu ist danach schon richtig schnell, und Arch Linux rennt wie bescheuert. Auch auf älterer Hardware braucht man sich keine Sorgen zu machen, das System wird schnell laufen.

Das schlechte – hier ist Windows besser

Die Unterstützung für neue Hardware ist bei Windows in der Regel besser. Das WLAN auf meinem Laptop funktioniert z.B. nicht unter Linux. Dann kommt natürlich das typische Problem – Spiele unter Linux werden zwar mit Proton und den anderen Virtualisierungstechnologien wie LuTRiS, dxvk und Versionen von Wine mittlerweile zwar teilweise unterstützt, aber das wars dann auch schon. Adobe Software? Leider nein leider gar nicht.
Hierfür greife ich dann doch zu meiner KVM.